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BEHIND THE SCENES

Willkommen bei "Behind the scenes", ein kleiner Einblick darüber, wie die Geschichte von Em und Leo entstanden ist. Aber vorsicht, Spoiler-Alarm!

 

Eigentlich wollte ich gar keine Liebesgeschichte schreiben. Wirklich nicht. Und dann habe ich auf der Longlist des Selfpublisher Wettbewerbes meinen Titel gesucht. Ich korrigiere: Ich habe nicht explizit nach meinem Buch gesucht, sondern nach einer ähnlichen Idee.

Gefunden habe ich – mit der ein oder anderen Ausnahme – fast nur Liebesgeschichten. Damit war das Thema für mich erst mal erledigt.

 

Eine Zeitlang später hielt ich eine Liebesgeschichte in der Hand. Ich fand das Buch recht gut, allerdings störte mich, dass die Protagonisten so jung waren. Also habe ich nach einer Romanze in meinem Alter gesucht. Das, was mir die Buchhändler*innen anboten, war aber so gar nicht nach meinem Geschmack. Zu schwer. Zu verstaubt. Zu unmodern. Zu esoterisch oder zu selbstfinderisch. Allerdings hatte ich auch keine Lust mehr, die Geschichte der 15-jährigen Ella zu lesen, die sich in den 20-jährigen Drummer einer Band verliebt. 

 

Also habe ich meinen Laptop aufgeklappt … 

Und drauflos geschrieben. Ohne alles. Ohne plotten, ohne Ziel, ohne irgendeine Ahnung, ob das, was ich schreibe überhaupt einen Sinn ergibt.

 

Beruflich erfolgreich sollte meine weibliche Hauptperson sein. Etwas brummig. Etwas überfordert. Gescheitert an der großen Liebe. Konfrontiert mit neuen Problemen der stets aktuellen Themen Liebe, Beruf und Gesundheit. Allerdings wollte ich einen anderen Blickwinkel, nämlich den einer 43-Jährigen. Außerdem wollte ich den Spieß umdrehen und habe ihr den jungen, erfolgreichen und gut aussehenden Leo an die Seite gestellt. Zumindest den wollte ich Em gönnen, bevor die Wechseljahre zuschlagen.

Und natürlich musste meine Geschichte auf der britischen Insel stattfinden, zwar nicht in meinem geliebten Schottland, sondern in den nicht minder schönen Cotswolds. 

Inspirationen für die Schauplätze gibt es dort genug. Aus dem pittoresken The Boat Inn wurde das Duncans, der Weg, der hinter unserem Cottage in Schottland steil zu einem Loch hinaufführte, verwandelte sich in Ems Joggingstrecke und ein zum Verkauf angebotenes Anwesen in das ehemalige Gestüt mit dem Baumhaus.

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Ich wusste lange nicht, wie die Geschichte zwischen den beiden endet. War ich gut gelaunt, war ich gewillt, ihnen ein Happy End zu gestatten. War ich mies drauf, sah ihre Zukunft düster aus. Letztendlich - und Achtung, hier kommt jetzt der Spoiler – habe ich mich dazu entschieden, ihnen ein gutes Ende zu bescheren, denn die Realität ist hart genug. Wichtig war mir vor allem, Ems Entwicklung zu beschreiben.

 

Aber ich gestehe, mein ungestümes, unüberlegtes Drauflosschreiben hat mir eine Menge Überarbeitung beschert. Genauso wie das Auseinandertüfteln der Teile, denn es war offensichtlich, dass sich niemand ein einzelnes Buch mit ungefähr 1000 Seiten kaufen wollen würde. 

 

Ein paar Mal wurde mir gesagt, dass meine Cover-Entwürfe zu jung seien. Zu schick aussehen würden. Bitte kein Gold. Bitte keine Pastelltöne. Ich sollte entweder das Cover schlichter oder die Charaktere jünger machen. 

„Zum Teufel!“, dachte ich mir. „Man gibt uns die Wechseljahre und nimmt uns zudem noch die schicken Cover weg? Nicht mit mir!“

 

Wir Frauen über 50 ticken schon lange nicht mehr so, wie es vielleicht vor 30 Jahren der Fall war. Wir sind modern. Wir sind selbstständig. Wir sind gut gebildet. Wir sind erfolgreich. Wir haben Geschmack. Und wir wollen gesehen werden!

 

Bleibt dran! In meinem Kopf gibt es bereits eine neue Geschichte!

 

Ach übrigens, dass ich die Geschichte veröffentlicht habe, verdankt ihr meinem Mann, der mich zwischendurch immer mal fragte, ob daraus denn ein Buch entstehen würde. Ich habe zig mal verneint, aber letztendlich hat er gewonnen. Untypisch, eigentlich. 

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