Huch ...
- 14. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Wie schnell die Zeit vergeht!

Mit Schrecken stelle ich fest, dass mein letzter Beitrag vier Wochen her ist. Auf Instagram sieht es nicht besser aus.
Nein, nein, es ist nichts passiert, außer dem üblichen Alltag: Familie, Job, Haus, Garten, Sport, Schreiben.
Von allen Seiten heißt es, ich müsste aktiver auf Instagram werden, damit der Algorithmus mich nach oben schiebt. Ich sichtbarer werde, mehr Follower gewinne. Denn je mehr Follower ich habe, desto bekannter werde ich. Und je bekannter ich werde, desto mehr Bücher werden bestellt. Und je mehr Bücher ich verkaufe …
Ihr kennt das Prinzip. Am Ende dieser Kette bin ich die neue Königin von Woauchimmer und schwelge im Reichtum.
Aha. So so. Aber was poste ich als Autor, wenn nur Alltag geschieht?
Darauf bekomme ich zunächst keine Antwort.
Daher schlage ich vor: „Soll ich posten, wie viele Wörter ich heute geschrieben habe? Wie viele Seiten überarbeitet? Welche Szenen ich zwar schön fand, ich aber dennoch rausschmeißen musste?“
Hmmm. Notiz an mich: Deleted Scenes, das könnte sogar etwas werden. ;o)
„Nein“, schütteln dann meine Zuhörer ihre Köpfe. „Etwas Persönliches. Keine Bilder vom Produkt, sondern von dir.“
Aber halt! Hier offenbart sich meine persönliche Fehde mit Social Media.
Ich möchte nicht mich bewerben, sondern mein Produkt, in diesem Falle meine Bücher. Deswegen bin ich Autor und nicht Schauspieler. Ich bin die Person dahinter, nicht davor.
„Es soll aber emotionaler sein“, beharrt mein Umfeld. „Am besten ein Reel und nicht nur ein schönes, aber langweiliges Foto.“
„Gut, ich könnte meinem Cover Tränen aufmalen, aber zum Tanzen bringe ich es nicht. So mächtig bin ich leider nicht.“
„Nein. Etwas von dir. Oder von deiner Familie.“
Tja, dahingehend muss ich euch enttäuschen. Ich bin bereits die Königin von Woauchimmer und sage euch, dass Social Media so nicht funktioniert.
Es wird keine Reels von mir geben, in denen ich sinnlos vor der Kamera tanze, Essen ablichte oder gar meine Familie vor die Kamera zerre, nur um diese große Lücke zu füllen, die ich als Autor eben habe.
Ich schreibe nicht jeden Tag ein neues Buch, das ich bewerben könnte. Mein Leben ist aus der Sicht von Instagram gähnend langweilig, aber das ist auch gut so, heißt es doch, dass ich ein normales Leben führe, in dem nicht der Druck von Social Media mich zwingt, irgendetwas online zu stellen, nur damit man mich sieht.
Das wertet nämlich meiner Meinung nach die Qualität unserer Beiträge ab. Wenn jeder aus Angst, nicht mehr sichtbar zu sein, irgendeinen Blödsinn postet, der erschreckenderweise mehr Likes erhält als die inhaltlich Guten, dann brauchen wir uns von Social Media nicht zu
erhoffen, dass es uns beruflich weiterbringt.
Konkret meine ich damit: Wenn ein Foto von mir mehr Likes erhält als der Post meiner Buchveröffentlichung, dann ist für mich klar, dass ich Instagram oder andere Kanäle nicht mehr ernst zu nehmen brauche.
Diese Erkenntnis finde ich wahnsinnig erleichternd. Kann ich mich doch jetzt getrost Dingen zuwenden, die wirklich wichtig sind, nicht wahr?
Daher bleibt es bei schönen, aber langweiligen Posts meiner Produkte und dem gelegentlichen Foto von mir. Ich hoffe, ihr könnt damit leben.
Cheers!
