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Immer das Gleiche ...

  • 5. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

... und trotzdem anders!


Liebe, Beruf, Freundschaft, Bestätigung, Gesundheit.


„Hallo ihr alten Freunde, da seid ihr ja!“


Ein ganzes Leben lang begleiten sie uns, durchgehend halten wir nach ihnen Ausschau, hegen und pflegen sie, den einen mal mehr, den anderen mal weniger.

Ganz ehrlich: Was schert uns die Gesundheit, wenn wir Teenager sind? Wir sind unbesiegbar und ein Leben jenseits der 40 sprengt unsere Vorstellung. So ging es mir jedenfalls und bei meinen Kindern stelle ich das Gleiche fest. Wichtig sind unsere Freundschaften und ob der süße Junge oder das süße Mädchen aus der Oberstufe interessiert an uns ist.


Springen wir ein paar Jahre vorwärts:

Unser Beruf und die damit einhergehende Bestätigung schieben sich in den Vordergrund. Wir definieren uns über das, was wir beruflich machen, erfreuen uns an Erfolgen. Ein 40-Stunden-Job nimmt viel Raum ein, daher haben wir vielleicht unseren Freundeskreis verkleinert, den wir nur noch durch sorgfältiges Planen regelmäßig treffen. Der ein oder andere ist in einer festen Beziehung. Glückwunsch dafür.


Ein weiterer Sprung nach vorne:

Im Beruf haben wir eine gewisse Position ergattert, den Mann/die Frau fürs Leben eventuell gefunden. Vielleicht sind wir bereits an dem Punkt, an dem der Beruf nicht mehr im Vordergrund steht, wir aus unseren Erfolgen nicht mehr das gleiche Hoch ziehen wie üblich und der Wunsch nach einer Familie größer wird.


Ungefähr hier wollte ich bei Em ansetzen. Anfang vierzig, beruflich wie privat zunächst erfolgsverwöhnt, dann gescheitert. Gescheitert, weil erstens die große Liebe doch nicht gehalten hat und zweitens der Beruf keinen Spaß mehr macht. Als ihr dann auch noch die Demenz von Fiona vor die Füße fällt, steht Em wieder am Anfang, genau so wie ein Schulabgänger.


Et voilà: Da sind sie wieder, unsere alten Bekannten: Liebe, Beruf, Freundschaft, Bestätigung, Gesundheit, nur dass sich dieses Mal der Blickwinkel darauf verändert hat. Erfolg ist nicht mehr ganz so wichtig, dafür aber Gesundheit. Eine Beziehung muss vielleicht nicht sein, aber wir brauchen Menschen, denen wir vertrauen können. Familie, Freunde …


Noch ist Em am Wundenlecken, lebt in ihrer Blase, vermeidet bestimmte Trigger wie Familie und Beziehungen, ist voll und ganz auf sich selbst konzentriert. Aber das Leben steht ja nicht still, nur weil sie eine Pause braucht. Wie also geht sie um mit dem Beruf, der sie nicht mehr glücklich macht? Erholt sie sich von dem Schock, ihre große Liebe in den Sand gesetzt zu haben? Wird ihr Leben durch Fionas Krankheit ein Stück weit fragiler und sie bemerkt, wie Unwichtiges in den Hintergrund tritt? Wie viel Zeit braucht es, bis sie sich wieder aus dem Schneckenhaus traut?


Meiner Meinung nach ist ein Neuanfang mit Anfang/Mitte 40 mindestens genauso schwer wie mit Anfang zwanzig. Für diese Behauptung habe ich in meinem Bekanntenkreis viel Kopfschütteln geerntet. „No way“, haben sie mir an den Kopf geschmissen. Die meisten sind der Überzeugung, dass es jetzt viel schwieriger ist.


Gut, wir sind eingefahrener. Aber die Naivität, mit der wir damals in eine unbekannte Sache gestartet sind, ist einem kühlen Kopf gewichen und dem Vorteil, jetzt genau zu wissen, was wir NICHT wollen. Das ist ein immenser Pluspunkt. Wir haben zwar nicht mehr so viel Elan, kommen vielleicht schwerer in die Gänge, werden aber dieses Mal ohne diverse Umwege am Ziel ankommen. Einschüchterungsversuche aus der Chefebene lassen wir uns längst nicht mehr gefallen und unter Wert verkaufen wir uns schon gar nicht.

Hey, alle Mann, been there, done that.


Beziehungstechnisch möchte ich die Klappe nicht ganz so weit aufreißen. Scheitert eine lange Beziehung oder verstirbt der Partner, weiß ich nicht, wie gut wir das wegstecken und ob wir gewillt sind, diesen Weg noch einmal zu gehen. Was klar macht, worum es im Leben hauptsächlich geht: Connectivity, verbunden zu sein.

Oder, um es mit Fionas Worten auszudrücken: Allein zu sein, tut uns nicht gut!


Daher hoffen wir mal, dass Em – und letztendlich wir alle – den Mut besitzen, in einer solchen Situation den Weg nach vorne zu finden. Und ich wünsche uns allen einen Leo an die Seite, der hartnäckig seinen Glauben an die eine Person verfolgt.


In diesem Sinne: Gebt euren Liebsten einen dicken Drücker und freut euch, dass ihr nicht allein seid!

 
 
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Ich bin fürchterlich schlecht in Social Media, prophezeie, dass ich mich nie daran gewöhnen werde und versuche nun, mit dem Blog einen Mittelweg einzuschlagen. Ein Kompromiss, sozusagen. Ob es funktioniert, wird sich zeigen. Ich werde mein Bestes geben!

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