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So long, farewell

  • 19. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Aus Wörtern werden Bücher


In etwa vor drei Jahren habe ich die ersten Sätze von „Grey Clouds“ geschrieben. Unsicher und aus Trotz, weil ich ja eigentlich gar keine Romanze schreiben wollte.

Heute habe ich die ersten Kapitel von Teil III auf Hochglanz gebracht und als Leseprobe in den Druck gegeben. Selbstsicher und professionell. Stolz auf mich, dass ich das Projekt verwirklicht habe.


Im Laufe des Monats wird das Finale von Em und Leo Korrektur gelesen, ein letztes Mal von mir überarbeitet und danach in den Buchblock gebracht. Und dann heißt es, Abschied nehmen von Em und Leo. Ihre Geschichte ist erzählt und hat hoffentlich die Leser unterhalten.


Drei Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Genug, damit sich fiktive Charaktere in euer Herz schleichen können, sei es in Form einer Serie oder – wie bei mir – meinen selbst erschaffenen Protagonisten.

Tagein, tagaus haben sie mich begleitet, waren zu jeder Tageszeit präsent. Sie haben an mir gezupft und gezerrt wie kleine Kinder, die um Aufmerksamkeit betteln. Beständig haben sie meine Finger über das Keyboard huschen lassen. Jede Person hat ein Charaktersheet, das sich nach und nach verlängert hat. Fotos von Schauspielern finden sich darin, um ihnen ein Gesicht zu geben. Details über Kleidungsstile, Besonderheiten, Tics. Recherchen über ihre Jobs, Wohnorte und Krankheiten. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich meine Charaktere besser kenne als mich selbst, aber das liegt wohl daran, dass ihr gesamtes Leben vor mir ausgebreitet liegt.


Spätestens im Juni werde ich meine Notizbücher, Schnipsel, Fotos, Dateien und Ausdrucke in eine Box legen und den Deckel draufmachen, genau so, wie Em es mit den Briefen von Leo getan hat. Habe ich das erledigt, werde ich auf die ersten Druckproben des letzten Teiles hinfiebern, verbunden mit den Fragen, die sich die Grafikerin in mir stellt: Sind die Farben gut gekommen? Ist gerade geschnitten worden? Sauber geklebt?


Werden all diese Fragen mit einem Nicken beantwortet, mache ich ein letztes Mal Fotos, bestücke meine Webseite und Instagram damit und dann, ja dann …

Auf Wiedersehen, ihr beiden. So long, farewell.


Ob ein bisschen Trauer mitschwingt?

Nein. Eher Wehmut. Wehmut darüber, dass ich mich nun nicht mehr in ihre Rollen flüchten kann. Rollen, die nach drei Jahren so wunderbar gepasst haben wie eine gut sitzende Jeans und eine verdammt bequeme dazu.


Aber das macht nichts, denn loslassen heißt auch weitergehen. Das nächste Notizbuch mit einer neuen Idee liegt schon neben meinem Bett und schlage ich es auf, finde ich diverse vollgeschriebene Seiten darin. Ich werde also in neue Rollen schlüpfen. Es wird ein bisschen dauern, aber ich bin mir sicher, dass auch sie mir auch ans Herz wachsen werden und ich am Schluss um eine weitere bequeme Klamotte reicher bin.


Stay tuned!

 
 
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Ich bin fürchterlich schlecht in Social Media, prophezeie, dass ich mich nie daran gewöhnen werde und versuche nun, mit dem Blog einen Mittelweg einzuschlagen. Ein Kompromiss, sozusagen. Ob es funktioniert, wird sich zeigen. Ich werde mein Bestes geben!

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